So war das damals…

Hier finden vier Textpassagen ihren Platz, die ich beim durchforschen der Schulberichte des heutigen EMA-Gymnasiums von zwischen 1900 und 1937 fand. Wenn möglich bzw. naheliegend, habe ich einen Vergleich mit der heutigen Zeit gezogen.

1)
1910 gab es im GRC einen Riemenzweier namens „Droschke“, der zusätzlich mit einer kompletten Segelausrüstung aufgerüstet und als Segelboot verwendet werden konnte. Im Rahmen des Skifflagers in Rurberg in den Sommerferien 2001 wurde etwas Ähnliches, allerdings nur in Form eines Provisoriums, hergestellt. Der Skullzweier „Roter Oktober“ wurde durch Befestigung zweier Skiffs an den Auslegern zum Trimaran umfunktioniert, und mit einem Kohlefaserriemen als Mast und einer Zeltplane als Segel ausgestattet. Das Gefährt fuhr etwa 50m, bis es, leider nicht steuerbar, auf das nächste Ufer gedrückt wurde. Die Boote nahmen keinen Schaden.

2)
„Der Gymnasial-Ruderklub (G.R.C.) berichtet:

Der ganze letzte Sommer stand im Zeichen der Ausbildung unserer neu eingetretenen Mitglieder. Unser Bestreben was es, aus der großen Zahl der Mitglieder nur die dauernd in unsere Clubgemeinschaft aufzunehmen, die einmal körperlich geeignet waren für den Rudersport, denn es hat sich gezeigt, dass die Kriegsgenerationennur in sehr geringem Maße den Anforderungen des Ruderns gewachsen sind. Dann aber sahen wir ganz besonders darauf, ob die neuen Mitglieder auch wirklich gewillt waren, sich unterzuordnen und für den Club zu arbeiten. Leider litt die Ausbildung sehr an dem mangel von Bootsmaterial. Dazu kam, dass die meisten Boote in den Ferienunterwegs waren. 2 Boote fuhren in den großen Ferien nach Wilhelmshaven mit Abstechern nach Helgoland und Borkum. Ferner wurden Fahrten nach Straßburg, Karlsruhe und Heidelberg gemacht. Unsere Rennmannschaften waren eifrig mit dem Trainieren beschäftigt. Es gelang uns, in Bonn, Godesberg und Honnef den ersten Preis davonzutragen. Im Oktober feierten wir in kleinem Rahmen unser 25jähriges Stiftungsfest. Doch konnten wir infolge der schlechten Kassenlage den dringend nötigen neuen Vierer noch nicht in Auftrag geben. Leider verloren wir durch den Tod 3 frühere Mitglieder. Besonders schmerzlich war uns der Verlust unseres Gründers und Ehrenmitgliedes Herrn Sanitätsrat Dr. Gudden.“

(Jahresbericht städtisches Gymnasium 1931)

Die Probleme mit körperlich schwachen Kriegsgenerationen haben wir heutzutage Gott sei Dank nicht mehr, die Ausbildung leidet jedoch auch heute noch desöfteren am Mangel von Bootsmaterial…

3)
„Der Ruderklub am Städt. Gymnasium berichtet über seine Tätigkeit im Kalenderjahr 1924:
Der Übliche Winterbetrieb konnte in diesem Jahre leider nicht durchgeführt werden, da ein Teil der Turnhallen von den Besatzungstruppen beschlagnahmt und keine andere Halle zu erhalten war. Er mußte sich daher auf einige Schwimmabende beschränken. Die Eis- und rodelbahn sah die meisten Mitglieder fröhlich vereint beim Wintersport. […]“

Der GRC-Wintersport ist immer noch traditionell, und beginnt jedes Jahr mit dem Abrudern. Hierbei werden einmal pro Woche von allen interessierten Mitgliedern sportliche Betätigungen, meist Ballsportarten, in einer der Turnhallen des EMA praktiziert. Es ist jedes Mal aufs neue ein Mordsspaß.

4)
„Der Ruderclub (GRC) am städtischen Gymnasium berichtet:
Das Ruderjahr wurde durch eine gemeinsame Auffahrt nach Grafenwerth eingeleitet. Zwei Übungsfahrten wurden wieder Pflicht für alle Mitglieder, daneben begannen schon früh zwei Mannschaften das Training, das sie das ganze jahr streng durchhielten. Sie besuchten die Regatten in Essen, Neuwied und Trier. Leider konnten sie nicht überall erste Sieger bleiben, das lag zum teil daran, daß wir aus finanziellen Gründen nie in eigenen Booten starten konnten. Aber nicht der Sieg als solcher war für uns der Zweck des Trainings, sondern die Erziehung der Mitglieder zu vollwertigen Ruderkameraden und damit auch zu tüchtigen Menschen.“

(Jahresbericht städtisches Gymnasium 1927)
Ohne Worte.